
Die Lichtfarbe einer weißen Lichtquelle wird in Kelvin (K) gemessen. Ein höherer Wert
bedeutet, dass die Lichtquelle – wie in obiger Skizze zu dargestellt –
blauer erscheint. Irreführenderweise wird jedoch Licht mit niedriger Lichtfarbe als warm
empfunden und bezeichnet. Normale Glühlampen haben eine Farbtemperatur zwischen 2600 K
und 3000 K, wobei sie umso wärmeres Licht haben, je stärker sie sind. Energiesparlampen
sind mit Lichtfarben zwischen 2300 K und 8000 K erhältlich.
Da blaues Licht zu einer Verringerung der Melatonin-Ausschüttung führt, wirkt kaltes
Licht ermunternd und belebend während warmes Licht gemütlich und einschläfernd wirkt.
In der Lichttherapie wird kaltes Licht gegen Winterdepressionen eingesetzt. Weiterhin
verbessert das 3D-Sehen, die Auge-Hand-Koordination und erhöht die Kontraste. Deshalb
eignet sich kälteres Licht (4000 K bis 8000 K) für Arbeitsplätze, während für Wohn-
und vor allem Schlafräume warmes Licht (~2700 K) sinnvoll ist. Zu kaltes Licht kann in
Schlafräumen zu Schlafproblemen führen. Außerdem sind Vollspektrum-Tageslicht-Lampen
erhältlich, die ein natürliches, tageslichtähnliches Licht (6500 Kelvin) liefern und
als gesundheitsfördernd beworben werden.
Anstatt der Lichtfarbe in Kelvin, werden auch folgenden Bezeichnungen verwendet:
| Lichtfarbe
in Kelvin |
Bezeichnung |
| 2700 |
extra-warmweiß |
| 2900 |
warmweiß |
| 4000 |
neutralweiß |
| 6500 |
Tageslicht |
| 8000 |
indirektes Tageslicht (Himmelblau) |
Für die
unterschiedliche Anwendungen empfehlen sich folgende Lichtfarben
+ = gut geignet, ++ = sehr gut geeignet (Quelle: Philips Lichttechnik) |
| Philips Lichtfarben |
Warmweiß |
Neutralweiß |
Tageslichtweiß |
| 827 |
830 |
840 |
940 |
865 |
| Farbwiedergabe (Ra) |
>80 |
>80 |
>80 |
>90 |
>80 |
Verkaufsräume |
| Textilien, Lederwaren |
|
+ |
+ |
++ |
|
| Möbel, Teppiche |
+ |
++ |
|
|
|
| Sport-,Spiel-, Papierwaren |
|
+ |
++ |
|
|
| Foto, Uhren, Schmuck |
|
++ |
++ |
+ |
|
| Kosmetik, Friseur |
+ |
+ |
+ |
++ |
|
| Blumen |
|
|
|
++ |
|
Industrie,
Handwerk |
| Werkstätten |
|
|
++ |
|
|
| E-Technik, Maschinenbau |
|
|
++ |
|
++ |
| Textilfabrikation |
|
|
++ |
|
++ |
| Druckerei, Grafikgewerbe |
|
|
+ |
++ |
+ |
| Lackiererei |
|
|
++ |
|
++ |
| Lager |
|
|
++ |
|
|
Büro,
Schule |
| Büroräume |
|
++ |
++ |
|
|
| Konferenzräume |
++ |
++ |
|
|
|
| Unterrichtsräume |
|
++ |
++ |
|
|
| Büchereien, Lesesäle |
++ |
++ |
|
|
|
Sonstige
Anwendungen |
| Wohnungen |
++ |
|
|
|
|
| Restaurants |
++ |
|
|
|
|
| Museen |
|
|
|
++ |
|
| Sport-, Mehrzweckhallen |
|
++ |
++ |
|
|
| Krankenzimmer |
|
|
++ |
|
|
| Behandungsräume |
|
|
|
++ |
|
Kennzeichnung von Lichtfarbe und -qualität
Auf der Verpackung sind meist die Farbtemperatur und die Lichtqualität
(Farbwiedergabeindex) in einem dreistelligen Zifferncode angegeben.
Die erste Ziffer steht für den Zehner des Farbwiedergabeindex in RA. Bei
Leuchtstofflampen reicht das Spektrum der Farbwiedergabe von Ra 60 bis Ra 98. Je
größer der Wert ist, desto besser können Farben unter dem Licht der Lampe unterschieden
werden. Bei Lichtfarben unter 5000 K hat per definitionem eine Glühlampe den Wert
100, bei Lichtfarben über 5000 K wird direktes Sonnenlicht als Referenz mit dem
Index 100 versehen. Die nächsten beiden Ziffern stehen für die Farbtemperatur in Kelvin.
Somit bedeutet 827 einen Farbwiedergabeindex von Ra 80 bei einer
Farbtemperatur von 2700 Kelvin. Dies entspricht der Lichtfarbe von normalem
Glühlampenlicht bei sehr gutem Farbwiedergabeindex (Beispielsweise sind
Ra > 90 für Farbbemusterungen nötig).
Manchmal wird der Farbwiedergabeindex alternativ nach DIN 5035 als Wert zwischen 4 und
1A angegeben. 1B steht für einen Wert zwischen Ra 80 und Ra 89 und 1A für
einen Wert zwischen Ra 90 und Ra 100. |